Nachtpflege zu Hause

Pflegebedürftige Menschen möchten möglichst lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben und zu Hause versorgt werden. Je nach Grad der Erkrankung kann die Pflege sehr anspruchsvoll werden, vor allem, wenn Ihr Angehöriger auch nachts Hilfe braucht. Spätestens wenn Sie nachts nicht mehr zur Ruhe kommen, weil Sie mehrmals aufstehen müssen, sollten Sie sich um eine ambulante Nachtpflege kümmern.

Wie funktioniert die ambulante Nachtpflege?

Damit Sie schlafen können, kommt eine Nachtpflegeschwester nach Bedarf ein- oder mehrmals zum Patienten. Das kann nötig werden, wenn Ihr Angehöriger inkontinent ist und das Inkontinenzmaterial öfter gewechselt werden muss. Manche Pflegebedürftige benötigen nachts Medikamente, unter Umständen als Injektionen, zum Beispiel gegen Schmerzen. Diese darf die Nachtschwester verabreichen.
Nächtliche Pflegebesuche können auch notwendig werden, wenn sich Ihr Angehöriger nicht mehr selbst bewegen kann. Dann muss er regelmäßig umgelagert werden, um Druckgeschwüre zu vermeiden. Bei extremen Beschwerden muss die Nachtpflegekraft eventuell die ganze Nacht vor Ort bleiben.

Palliative Versorgung in der Nacht

Eine solche Nachtwache brauchen zum Beispiel Patienten, die im Sterben liegen. Eine speziell ausgebildete Schwester übernimmt dann die palliative Pflege, damit der Sterbende sich nicht alleingelassen fühlt. Außerdem versucht sie, ihm Ängste zu nehmen und Schmerzen sowie andere Beschwerden so gering wie möglich zu halten.
Sicherheits- und Betreuungsbesuche
Sie müssen nicht ständig zu Hause bleiben, weil Ihr Angehöriger pflegebedürftig ist. Die Betreuung und Versorgung ihres Verwandten ist anstrengend genug, daher sollten Sie sich unbedingt regelmäßig Auszeiten gönnen. Wenn Sie abends ausgehen möchten, können Sie ebenfalls ambulante Pflege in Anspruch nehmen und privat Sicherheits- und Betreuungsbesuche buchen.

Kostenübernahme verschiedener Nachtpflegeleistungen

Ärztliche verordnete Leistungen wie Medikamentengaben, Spritzen und Inkontinenzprophylaxe werden von den Krankenkassen übernommen. Alle anderen Leistungen werden von der Pflegeversicherung bezahlt, außer Sicherheits- und Betreuungsbesuche sowie Nachtwachen. Eventuell müssen Sie mit den Kassen verhandeln, wenn es um spezielle Situationen geht. Zur Unterstützung sollten Sie sich Rat beim nächsten Pflegestützpunkt holen.

Grenzen der ambulanten Nachtpflege

Ist Ihr Angehöriger sehr unruhig, sodass Sie trotz ambulanter Unterstützung nicht schlafen können, ist eine Versorgung in einer Nachtpflegeeinrichtung sinnvoller. Dies ist zum Beispiel empfehlenswert, wenn Ihr Angehöriger an Demenz leidet und nachts umherläuft oder schreit.Wenn Sie sehr wenig Platz haben, können wiederholte nächtliche Besuche der ambulanten Pflege stören und Sie wecken. Auch dann wäre die Pflege außer Haus für alle Beteiligten sicher hilfreicher. 

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