Was sind Pflegesachleistungen?

Worin besteht der Unterschied zwischen Pflegesachleistung und Pflegegeld?

Sobald einer pflegebedürftigen Person eine Pflegestufe bewilligt wird, hat sie Anspruch auf Pflegegeld und Pflegesachleistungen. Dabei handelt es sich um finanzielle Unterstützungen von der Pflegekasse, damit der Betroffene zu Hause optimal versorgt werden kann. Pflegegeld wird entsprechend der Pflegestufe gezahlt und kommt meist den Angehörigen zugute, die sich um den Pflegebedürftigen kümmern.
Reichen die Kräfte des pflegenden Familienmitglieds nicht mehr aus, kann der Betroffene Pflegesachleistungen beantragen, mit denen ein ambulanter Pflegedienst bezahlt wird. Beides kann als Kombinationsleistung genutzt werden, zum Beispiel, wenn ein Angehöriger einen Teil der Pflege übernehmen kann und der ambulante Pflegedienst die notwendige Pflegeleistung ergänzt.

Wann besteht Anspruch auf Pflegesachleistungen?

Wenn Ihr Angehöriger durch eine längere Krankheitsphase von mindestens sechs Monaten oder dauerhaft keine ausreichende körperliche, geistige und/ oder seelische Alltagskompetenz aufweist, sich um sich selbst zu kümmern, hat er Anspruch auf Pflegesachleistungen. Zuvor muss ein Antrag gestellt werden, der ihn in eine Pflegestufe aufnimmt.
Wenn Sie die Pflege Ihres Angehörigen nicht selbst oder nur teilweise übernehmen können, können Sie möglichst gemeinsam mit dem Betroffen einen ambulanten Pflegedienst aussuchen, der die Grundpflege, hauswirtschaftliche Tätigkeiten und häusliche Betreuung übernimmt. Der Pflegedienst wird die Sachleistungen direkt mit der Pflegekasse abrechnen.

Die Höhe der Pflegesachleistung

Seit der Verabschiedung des Pflegeneuausrichtungsgesetzes 2012/2013 haben sich vor allem die Leistungen für die ambulante Versorgung demenzkranker Menschen verbessert. Auch private Zusatzversicherungen werden gefördert. Die Höhe der Pflegesachleistungen hängen immer von der Pflegestufe ab. So bekommen Demenzkranke bis zu 225 Euro pro Monat, wenn sie noch nicht in einer Pflegestufe sind (Pflegestufe 0). Zum ersten Januar 2015 wurden die Pflegeleistungen um 4 Prozent erhöht:

  • Pflegestufe I bis zu 468 Euro
  • Pflegestufe I inklusive einer dauerhaften erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz bis zu 689 Euro
  • Pflegestufe II bis zu 1.114 Euro
  • Pflegestufe II inklusive einer dauerhaften erheblichen Einschränkung der Alltagskompetenz bis zu 1.298 Euro
  • Pflegestufe III bis zu 1.612 Euro
  • Härtefälle bis zu 1.995 Euro

Da die Leistungen der Pflegekasse nicht immer ausreichen, ist es sinnvoll, eine zusätzliche Pflegeversicherung abzuschließen, die die restlichen Kosten übernimmt.

Pflegesachleistung und Pflegegeld kombinieren

Wer die Pflegesachleistungen nur zum Teil in Anspruch nimmt, kann diese mit dem Pflegegeld kombinieren - die so genannte Kombinationsleistung. Entscheidet sich ein Pflegebedürftiger für die Kombinationsleistung, ist er an diese sechs Monate lang gebunden. Das der Pflegestufe entsprechende Pflegegeld wird um den Prozentsatz gemindert, zu dem die Sachleistungen in Anspruch genommen werden. Wenn der Pflegebedürftige als Beispiel in der Pflegestufe I nur die Hälfte der Sachleistungen 225 Euro ausschöpft, stehen ihm noch 50 Prozent Pflegegeld 117,50 Euro zu. Seit dem 01. Januar 2015 können die Leistungen der Tages- und Nachtpflege neben den ambulanten Pflegeleistungen in vollen Umfang in Anspruch genommen werden. Zuvor war nur eine Kombinnation bis zu 150 Prozent der Leistungen möglich.

Übersicht aller Leistungen bei häuslicher Pflege

 

    Pflegegeld       Pflegesach-
   leistungen 
  Tagespflege       Kombination*

  Zusätzliche
   Betreuung

Pflegestufe 0 
(mit Demenz) 
123 231 231 408 208

Pflegestufe 1

244 468 468 824 104
Pflegestufe 1 
(mit Demenz)
316 689 689 1.191,5 208

Pflegestufe 2

458 1.114 1.144 1.930 104
Pflegestufe 2 
(mit Demenz)
545 1.298 1.298 2219,5 208

Pflegestufe 3

728 1.612 1.612 2.782 104
Pflegestufe 3 
(mit Demenz)
728 1.162 1.162 2.782 208

Härtefall

  1.995      

* Maximale Kombinationsleistung 50% Pflegesachleistung + 50% Pflegegeld + 100% Tages/Nacht-Pflege

Erläuterung:
Pflegegeld: Pflegegeld wird im Rahmen der häuslichen Pflege von der Pflegekasse an den Pflegebedürftigen ausgezahlt, damit dieser eine selbst beschaffte Pflegekraft vergüten kann.
Pflegesachleistung: Pflegesachleistung heißt, dass professionelle Pflegekräfte die Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung übernehmen.
Tagespflege: Tagespflege ist ein wichtiger Baustein der teilstationären Pflege. Die teilstationäre Pflege ist das richtige Angebot, wenn die Pflege zu Hause nicht gewährleistet werden kann und eine Pflege im Pflegeheim noch nicht nötig ist. 
Kombination: Maximaler Anspruch bei der Kombination aus Pflegegeld, Pflegesachleistungen und Tagespflege. Die Kombination aus Pflegegeld und Pflegesachleistung, darf 100% nicht übersteigen. Die Tages- oder Nachtpflege kann seit dem 01. Januar 2015 zusätzlich in vollem Umfang in Anspruch genommen werden.
Zusätzlicher Betreuungsleistungen: Den Betreuungsvertrag erhalten Versicherte mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz (z. B. Demenz). Es wird je nach Bedarf ein Grundbetrag oder ein erhöhter Betrag gewährt.

 

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