Ratgeber Badewannenlifter

Was ist ein Badewannenlifter?

Baden fördert das Wohlbefinden, erleichtert die selbstbestimmte Körperpflege und ermöglicht medizinische Wasseranwendungen. Wer in seiner Bewegung eingeschränkt ist, unterliegt einem erhöhten Unfallrisiko beim Benutzen der Badewanne.
Um dies zu vermeiden, kann ein Badewannenlift installiert werden, der den Pflegebedürftigen mühelos und sicher in die Wanne einsteigen lässt, absenkt und wieder hochfährt. Badewannenlifter sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Erleichterung für Pflegebedürftige und Pflegepersonen

Ein Badewannenlifter gilt als Pflegehilfsmittel, das gleichzeitig eine Verbesserung des Wohnumfelds bewirkt. Er ermöglicht nicht nur dem Pflegebedürftigen, seine Körperpflege so weit wie möglich selbst durchzuführen, er erspart Ihnen als pflegender Angehöriger oder dem Pflegedienst auch Zeit und Kraft. Beides kann stattdessen für andere Pflegetätigkeiten genutzt werden, daher dürfte der Einsatz eines Badewannenlifters ganz im Sinne der Pflegekasse sein.

Verordnung durch den Hausarzt

Welche Eigenschaften der Badewannenlifter haben muss, entscheidet der behandelnde Hausarzt. Er verordnet das Pflegehilfsmittel und begründet dessen medizinische sowie pflegerische Notwendigkeit. Mithilfe des Rezepts holen Sie einige Kostenvoranschläge ein, die Sie dem Antrag an die Pflegekasse beifügen. Vordrucke für den Antrag bekommen Sie bei der Krankenkasse / Pflegekasse des Pflegebedürftigen.

Kosten eines Badewannenlifters

Wird der Badewannenlifter von der Pflegekasse genehmigt, können Sie bis zu 4.000 Euro pro Jahr für das Pflegehilfsmittel beanspruchen. Eine Selbstbeteiligung von zehn Prozent, jedoch maximal die Hälfte des Bruttoeinkommens des Pflegebedürftigen wird erwartet. Ein Badewannenlifter kostet je nach Modell und Ausführung etwa zwischen 250 und 2000 Euro.
Die Pflegekasse kann sich jedoch vorbehalten, nur einen Teil der Kosten zu übernehmen. Wenn Sie damit nicht einverstanden sind, weil Sie als Pflegebedürftiger unbedingt auf einen Wannenlifter angewiesen sind und ein geringes Einkommen haben, sollten Sie Widerspruch gegen den Bescheid einlegen.

Kostenträger eines Badewannenlifters

Ein Badewannenlift ist ein Pflegehilfsmittel, das die Voraussetzungen von §§ 23 und 33 SGB V als auch nach § 40 SGB XI erfüllt und somit eine doppelte Funktion hat. Als Antragsteller müssen Sie bzw. Ihr Angehöriger deshalb unter Umständen mit der Kranken- und der Pflegekasse verhandeln.
In bestimmten Fällen beteiligen sie sich beide an den Kosten. Sollten Sie auf Schwierigkeiten stoßen, weil sich die Kassen nicht einigen können, lassen Sie sich nicht entmutigen. Ein Pflegebedürftiger hat nach dem Sozialgesetzbuch (SGB) unabhängig von der Pflegestufe einen Anspruch auf einen Badewannenlifter.

Teilen

Artikel bewerten