Was ist das Persönliche Budget?

Das Persönliche Budget ist eine trägerübergreifende Hilfe für behinderte Menschen oder die, denen eine Behinderung droht. Die Leistungen bestehen meist aus Geld und in Ausnahmen auch aus Gutscheinen, die es dem Betroffenen ermöglichen, selbstständig am Gesellschafts-, Kultur- und Arbeitsleben teilzunehmen. Berechtigte Teilnehmer eines Persönlichen Budgets können sich selbst aussuchen, welche Leistungen sie in Anspruch nehmen wollen.

Rechtliche Voraussetzung

Ein persönliches Budget kommt nur für die behinderten Menschen in Frage, die ihre Kosten nicht aus eigenem Einkommen oder Vermögen bezahlen können. Der Grad der Behinderung spielt dabei keine Rolle. Das Budget müssen Sie selbstständig einsetzen oder mithilfe einer Vertrauensperson verwalten. Eltern von behinderten Kindern können ebenfalls ein persönliches Budget beantragen und für die entsprechenden Bedürfnisse einsetzen.

Beantragung persönliches Budget

Der Antrag auf ein persönliches Budget können Sie bei den gemeinsamen Servicestellen der Rehabilitationsträger (www.reha-servicestellen.de) stellen, die es in jeder Kreisstadt und kreisfreien Stadt gibt. Alternativ können Sie den Antrag auch bei diesen Trägern einreichen:

• Kranken- oder Pflegekasse
• Rentenkasse
• Unfallversicherung
• Träger der Alterssicherung für Landwirte, Kriegsopferversorgung oder Jugendhilfe
• Sozialhilfeträger
• Integrationsamt
• Bundesagentur für Arbeit

Im Antrag wird nicht nur der Bedarf, sondern auch die persönlichen Förder- sowie Leistungsziele festgehalten. Die Qualität der leistungen muss gesichert sein.

Wie hoch ist das persönliche Budget?

In einem persönlichen Gespräch wird festgestellt, wie viel Geld der Antragsteller benötigt, um seine laufenden Kosten zu decken. Wenn Leistungen von mehreren Trägern benötigt werden, holt die Servicestelle oder der angesprochene Träger diese für den Teilnehmer ein. So muss nur ein Antrag gestellt werden.
Das Geld soll vor allem helfen, ein selbstbestimmtes Wohnen zu ermöglichen, zum Beispiel in einer Einrichtung für Betreutes Wohnen oder einer Behinderten-WG. Auch Leistungen für die Pflege, Krankenkasse, Unfallversicherung sowie Hilfen für das Arbeitsleben werden vom Persönlichen Budget übernommen. Das Geld wird jeweils zu Beginn eines Monats gezahlt.

Braucht es einen Nachweis?

Im Wesentlichen soll nur nachgewiesen werden, welche Leistungen überhaupt benötigt werden. Der Preis spielt dabei zunächst keine Rolle. Der Behinderte muss beschreiben, welche Unterstützung er sich wünscht, um möglichst selbstbestimmt und selbstständig leben und arbeiten zu können. Alle zwei Jahre wird überprüft, ob der Bedarf noch besteht. Der Antrag soll so unbürokratisch wie möglich erfolgen.

Teilen

Artikel bewerten